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CENTERPIECE
A BITTERSWEET LIFE
Südkorea 2005, ca 120 min, koreanische OmeU
REGIE
KIM Jee-woon
DARSTELLER
LEE Byung-Hun, KIM Young-chul, SHIN Mina, WHANG Jung-min,
KIM Roi-ha, KIM Hae-gon, MOON Chong-hyuk, LEE Ki-young,
OH Dalsoo
Holy Moses, was hat man nur den Südkoreanern
ins Wasser getan? Nach der Kreativexplosion von Park Chan-Wook
und seinen filmischen Säurebädern SYMPATHY FOR
MR. VENGEANCE und OLD BOY, kristallisiert sich nun Kim Jee-woon
als ein weiterer Brachial-Visionär unter den jungen
Wilden seines Landes heraus. Der Unterschied: Park ist ein
Poet, Kim ein Stilist, sozusagen ein Ridley Scott im Vergleich
zu Parks Stanley Kubrick. Ein Mann, der Oberflächen
liebt und daraus lupenreines Kino schafft, das süchtig
macht.
A BITTERSWEET LIFE, diese grausame Mär über
einen schwarzen Engel (in bestem Melvilleschen Sinne),
der von der Gnade abfällt und vom loyalen Henchman zum
gepeinigten Rächer wird, ist sein bisheriges Meisterwerk,
eine bei aller dargebotenen Gewalt wunderschön anzusehende
(aber nicht verklärende) Augenweide: so kühl, so
präzise, so anmutig, so attraktiv wie sein Held Seon-woo
(Lee Byung-hun aus JOINT SECURITY AREA) in den ersten Bildern
des Films, wenn er im Dior-Anzug den Alain Delon gibt und
bei einer Razzia im Auftrag seines Bosses Kong in einem Hotel
beachtliche Martial-Arts-Künste an den Tag legt.
Dieser fulminante Einstieg lässt das
Grundmotiv der Story in der nächsten Szene auf dem Fuße
folgen: Ganz egal, wie viele Dinge man bereits richtig gemacht
habe lehrt ihn Kong, allein ein einziger kleiner Fehler könne
zum Straucheln ausreichen. Fortan hängt die gut gemeinte
Mahnung wie ein frisch geschliffenes Hattori-Hanzo-Schwert über
den Ereignissen und mit geradezu fatalistischer Konsequenz
spult Kim sie ab: Der Killer soll das Mädchen des Chefs überwachen,
verfällt ihr, wird deshalb schwach und lässt die
Kleine laufen, anstatt sie wie versprochen hinzurichten.
Was folgt, ist eine bebende Tour-de-Force samt Folter und
Shoot-Outs, die Wahlverwandte wie KILL BILL, TÖTE DJANGO
oder OLD BOY mitten ins Herz trifft.
Harter Stoff, Freunde der filmischen Misanthropie.
Zum Glück wird es mit Blick gen Showdown aber einen
Hauch weniger realistisch, wenn Kim für die heilige
Rache seines Helden sich mehr und mehr dem Overkill handelsüblicher
Erwachsenen-Mangas nähert und sogar (dank einiger skurriler
Nebencharaktere) mit befreiender Situationskomik verblüfft.
Der wahre Coup gebührt allerdings dem Ende, in dem ein
klug gewähltes Schlussbild die Grausamkeit des Films
und seine Tragik auf eine ganz andere Ebene rückt und
die Zuschauer mit beschwingten, fast zärtlichen Gefühlen
entlässt.
An
ice-cool enforcer pays a horrendous penalty for a moment
of emotional weakness in A BITTERSWEET LIFE, a tour de
force of noirish style and Korean ultra-violence that will
have genre fans nailed to their seats. More sensitive souls,
and anyone looking for deep psychological insights, may
head for the exit well before the end, though on its own
level pic does sport sufficient emotional motivation to
justify the carnage. With the name of writer-director Kim
Jee-woon (THE QUIET FAMILY, A TALE OF TWO SISTERS) attached,
film has strong chances as a cult item. Even by Korean
standards of movie brutality, A BITTERSWEET LIFE raises
the bar to a new level, way above pics like OLD BOY or
NOWHERE TO HIDE. But the violence, apart from having an
unreal, manga-like quality, is part and parcel of the films
overall stylization, from the use of chilly, David Lynch-like
colors (gangreney greens, sanguinary magentas, stygian
blacks) to the whole generic catalog of rain and chiaroscuro
lighting. Variety
DALKOMHAN INSAENG
Südkorea 2005, ca 120 min, koreanische OmeU, Deutsche
Premiere
DRAMA/ACTION/CRIME/FILM NOIR
REGIE
KIM Jee-woon
DARSTELLER
LEE Byung-Hun, KIM Young-chul, SHIN Mina, WHANG Jung-min,
KIM Roi-ha, KIM Hae-gon, MOON Chong-hyuk, LEE Ki-young,
OH Dalsoo
DREHBUCH
KIM Jee-woon
PRODUZENTEN
LEE Eugene, OH Jung-wan
KAMERA
KIM Ji-yong
MUSIK
Dalpalan, JANG Young-kyu
PRODUKTIONSDESIGN
RYU Sung-hee
WELTVERTRIEB
CJ Entertainment
VERLEIH
Splendid Film
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