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Viel Schindluder wurde zuletzt getrieben mit
dem einst so erquicklichen Serienkiller-Subgenre. SAW bemüht
sich erfolgreich um Ehrenrettung. Wenn James Wan in seinem
Regiedebüt in Look und Inhalt Finchers Meilenstein SE7EN
zitiert, dann nicht, weil ihm sonst nichts einfiele, sondern
weil für seine pechschwarze Murder-Ballad keine andere
Visualisierung in Frage kommt: Das hier ist filmischer Death
Metal, in dem Wan einige wirklich üble Fantasien aus
seinem Stammhirn kratzt und mit erkennbarem Vergnügen
in die Leinwand fräst. Dies ist kein schöner Film.
Mehr noch als an die abgefahreneren Killer-Movies der Mittneunziger
muss man hier aber an Joseph L. Mankiewiczs Kabinettstückchen
SLEUTH aus dem Jahr '72 denken, in dem sich Laurence Olivier
als Society-Snob und Michael Caine als Barbier-Gigolo einen
offenen Schlagabtausch in Sachen One-Up-Manship liefern: SAW
ist somit nicht nur maßvoll kranker Spießrutenlauf
durch derangierte Gedankenwelten, die einen Vollblut-Sicko
wie Peter Sotos immerhin auf die Wanted-Listen des FBI brachten,
sondern auch vertracktes Katz-und-Maus-Spiel, das sein Publikum
eben nicht nur abturnen, sondern auch involvieren will, Herzschlag
für Herzschlag.
Zwei Männer erwachen in einer kargen Kellerzelle aus
ihrer Ohnmacht, mit Ketten an gegenüber liegende Wände
gefesselt. In der Mitte liegt eine übel zugerichtete
Leiche. Nach und nach werden den beiden Fremden Hinweise zugespielt,
die ihnen angeblich den Weg in die Freiheit oder einen
elenden Tod weisen sollen. Aus diesem sparsamen Szenario
entwickelt Wan einen panischen Wettlauf mit der Zeit, dessen
klaustrophobische Enge mit ein paar filmischen Volten wie
Rückblenden und einer parallelen Storyline über
einen obsessiven Cop auf der Suche nach dem Jigsaw-Killer
aufgebrochen wird.
Es spricht nur für den Regisseur, der mit Cary Elwes
(einstmals immerhin Mel Brooks' Robin Hood!) und Danny ''I'm-too-old-for-this-shit''
Glover zwei Darsteller von Rang gewinnen konnte, die bereit
sind, mit ihren guten Namen für diesen bedingungslosen
Mindfuck gerade zu stehen. Das ist Cinema of Transgression
im Thrillergewand, im Gedenken an Richard Kern und Nick Zedd
und den Kopf von Gwyneth Paltrow in einer verdammten Schachtel.
Two strangers in
a crummy basement-cell, chained to the wall, a bloody corpse
between them. Thus begins the best SE7EN-inspired thriller
in ages which uses the language of the Cinema of Transgression
to tell a twisted and slightly perverse tale of a killer obsessed
with sick games and murderous contraptions. Taking Joseph
L. Mankiewiczs SLEUTH as a starting point, SAW, the
accomplished directing debut of James Wan, builds to a thoroughly
satisfying climax with several stomach-turning scenes along
the way that even a demented mind like Peter Sotos would love.
Horror-thrillers are all the rage in
Hollywood right now, but some genre devotees have been disappointed
by the industrys light approach to horror
fare keeping films safe and well within
the tolerance level of mainstream audiences. Well, heres
a film that is not the least bit concerned with your comfort...
FilmForce
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