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Der Horror schleicht durch die Hintertür
in Chris Kentis' exquisitem Hochsee-Thriller, der sich so
überhaupt nicht an gängige Genrekonventionen anpassen
will. Gedreht auf digitalem Video und fast ohne den Einsatz
von Spezialeffekten realisiert, drängen sich beinahe
selbstverständlich JAWS und BLAIR WITCH PROJECT als vergleichbare
Kultklassiker auf doch weit gefehlt. Zwar geht es um
ein Paar, das bei einem Tauchausflug in der Karibik durch
ein Missverständnis auf offener See zurückgelassen
wird und sich bald der elementaren Kraft des Ozeans ausgesetzt
sieht. Zwar ist auch ein Maximum an Realismus die große
Trumpfkarte der Filmemacher dazu tragen insbesondere
die zunächst heimtückisch zurückhaltenden Bilder
der Videokamera bei: gleich einem einfachen Reisevideo, das
zufällig einen beklemmenden Albtraum festhält. Dennoch
hinterläuft OPEN WATER alle vordergründigen Vergleiche
mit inhaltlichen und stilistischen Vorgängern. Der Film
bleibt stets nur sich selbst verpflichtet. Er passt seinen
Rhythmus dem Verlauf der Geschichte an, nicht umgekehrt. Und
nie entwickelt sich die Story wie erwartet.
Wir erleben ein Paar im Alltag, bei den Vorbereitungen zum
Karibikurlaub, bei ganz normalen Ferienaktivitäten, Freude
auf den Tauchtrip am nächsten Morgen. Die beiden sind
jung, sympathisch, unauffällig. Die Dialoge sind alltäglich,
strahlen allenfalls eine große Vertrautheit aus. "Echt"
ist das Wort, das sich hier aufdrängt. Und während
wir noch ungeduldig im Kinosessel hin- und herrutschen, uns
fragen, was wohl passieren mag, hat uns der Film bereits am
Haken und lässt nicht mehr locker. Allein das
Bild des Paares, zwei Punkte in den Weiten des Ozeans, reicht
schließlich aus, um den Reigen des Terrors zu eröffnen.
Mit wachsender Isolation und zunehmender Dunkelheit weichen
leichte Verunsicherung und der Glaube an nahende Rettung bald
blanker Angst, Panik und zunehmender Hoffnungslosigkeit
die Spannung zwischen den beiden Protagonisten wächst
ins Unerträgliche. Was lauert unter ihren Beinen im trüben
Abgrund?
Der Horror entsteht in der eigenen Fantasie, in der Erkenntnis,
dass das, was sich unter der undurchdringlichen Wasserdecke
abspielen mag, allemal schrecklicher ist als die Haiflossen,
die vereinzelt das Bild durchpflügen. Was nun folgt,
ist ein sich bedächtig steigerndes, ausgeklügeltes
Spiel mit unseren primitivsten Urängsten.
OPEN WATER ist mehr als ein innovativer, wirkungsvoller Thriller,
er ist von einer solch erschütternden und unvergesslichen
Wucht, als würde man in die schwarze Tiefe des Meeres
hinab gerissen.
Writer-director Chris Kentis
and producer Laura Lau took a killer based on a true
story premise -- a vacationing couple scuba diving in
tropical waters is mistakenly abandoned in the middle of the
ocean -- and went on to create an ingeniously harrowing, knees-to-your-chest
thriller and a hit with both critics and audiences at the
2004 Sundance Film Festival.
People will turn out in droves, much
as they did for Blair Witch -- only this time, most everyone
with a heartbeat will be teased, haunted, jolted, and scared
to the marrow. Entertainment Weekly
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