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Park Chan-wooks Rachefeldzug geht weiter. Ein
Jahr nach dem sensationellen Amoklauf SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE
jetzt also OLD BOY, der mit Tarantino-Lob und Grand Prix von
Cannes nicht mit den schlechtesten Referenzen im Gepäck
zum Fantasy Filmfest anreist.
Wieder ist das Konstrukt größenwahnsinnig und
die Umsetzung im ureigentlichen Sinne atemberaubend
reinstes, sattestes Kino, das in Bildern mehr erzählt,
als man jemals wissen, geschweige denn sehen wollte. Schon
der Einstieg ist Irrwitz und damit Programm: 15 Jahre darbt
Durchschnittstyp Oh Dae-su in einer fensterlosen Zelle, in
der sich außer einem Bett und einem Fernseher keinerlei
Einrichtung befindet. Über das Warum oder die Dauer seines
Leidens wird er nicht in Kenntnis gesetzt. Mit Schattenboxen,
Handtätowieren und dem Niederschreiben seiner Sünden
kämpft er gegen den schleichend einsetzenden Wahnsinn
an. Als Oh aus den Nachrichten erfahren muss, dass seine Frau
ermordet wurde und er als Hauptverdächtiger gesucht wird,
bricht er vollends zusammen. Eine süchtig machende Sogkraft
entfaltet der Film in diesen ersten Momenten, die unmissverständlich
klar machen, dass das, was nun folgt, nicht nur seinem Helden
von der gebrochenen Gestalt alles abverlangen wird.
Denn natürlich ist das nur die Ouvertüre zu einer
Gewaltoper, die so gnadenlos Haken und Volten schlägt,
dass einem, je nach persönlicher Beschaffenheit, schwindlig
oder schlecht wird. Jetzt erst beginnt das eigentliche Spiel:
Als Oh auf freien Fuß gesetzt wird, zwingt ihn sein
noch immer unbekannter Peiniger zu dem perversen Spiel, binnen
fünf Tagen das Geheimnis hinter seiner Gefangenschaft
zu enträtseln. Oh aber will nur eines: Rache an dem Mann,
der sein Leben ruiniert hat unbeirrbar wie Lee Marvins
Killer in POINT BLANK, als hätte der davor eine Slipknot-Maske
getragen. Unvergessliche Szenen spult Park ab: Eigentlich
ist der Blick seines genialen Hauptdarstellers schon genug,
dennoch lässt er ihn einen lebenden Tintenfisch roh runterwürgen
(yes, live animals WERE harmed during the making of this movie)
und das Gebiss eines Gegenspielers Zahn um Zahn entfernen
(der Marathon-Mann kann einpacken). Jetzt schon ein Klassiker:
Aus der ungeschnittenen Halbtotalen beobachten wir, wie sich
Oh, nur mit einem Hammer bewaffnet, einer Gruppe von 20 Hooligans
stellt und sie in einer unfassbaren Sequenz platt macht.
In Cannes wurde OLD BOY mit David Lynch verglichen, was an
der albtraumhaften Verschachtelung der sich wie irre windenden
Handlung liegen mag. Irgendwie trifft das den Nagel, aber
nicht auf den Kopf, denn Park ist präziser und handfester,
eher ein südkoreanischer David Fincher, dessen THE GAME
offenkundig ein Vorbild war für diese extrem harte Meditation
über Rache, Schicksal und Erlösung.
Einen aufregenderen asiatischen Filmemacher als Park Chan-wook
gibt es gegenwärtig nicht.
This twisted tale
of a man who finds himself imprisoned for 15 years without
any explanation pulled together critical and commercial success
in South Korea. In Germany the director is known for JSA and
SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, shown at last years Fantasy
Filmfest.
A wild, intensely cinematic ride
into two mens burning desire to get even. Working with
different scripters this time out, Park Chan-wook addresses
his favorite theme of revenge as more of a game as a loutish
businessman, locked up by a mysterious organization, tries
to unravel the mystery when hes released. Variety
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