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Allein gegen alle: Nicht nur Gaspar Noé
versteht es, vom Leben enttäuschte Metzger mit ihren
Hackebeilen auf die Menschheit los zu lassen. Allerdings ist
der Ton, den Anders Thomas Jensen (Gewinner des Kurzfilm-Oscars)
in seinem zweiten Spielfilm anschlägt, weitaus weniger
gnadenlos und deprimierend als die Weltsicht seines französischen
Kollegen. Sehr deutlich handelt es sich um die neue Arbeit
des Regisseurs von FLICKERING LIGHTS und Autoren von IN CHINA
ESSEN SIE HUNDE. Auf gut dänisch: In dieser Variation
der Sweeney-Todd-Legende geht es makaber, schwarzhumorig,
politisch inkorrekt und reichlich laut zu so als hätten
die Coen-Brüder versucht, einen Schenkelklopfer im Stil
der Kaurismäki-Brüder zu drehen. Mit allem, was
dazu gehört: Schrilles Personal, tragikomische Verstrickungen
und eine geradezu bierbäuchige Gemütlichkeit im
Angesicht des hellen Wahnsinns zeichnen dieses freche Vergnügen
aus.
Im Mittelpunkt stehen die jungen Fleischer Svend und Bjarne,
die die autoritäre Tour ihres Chefs gehörig satt
haben und sich ambitioniert mit einer eigenen Bio-Metzgerei
selbstständig machen wollen. Um das nötige Startkapital
für die wurstige Ich-AG auf den Tisch legen zu können,
lässt Bjarne die Beatmungsmaschine seines komatisierten
Zwillingsbruders kurzerhand abschalten. So kommen die beiden
zwar an die nötige Kohle aber noch lange nicht
an die nötige Ökofleisch-Klientel. Rettung in der
Not ist die Leiche eines Mannes, die eines Tages im frisch
renovierten Laden liegt. Als der ehemalige Boss bei ihnen
Fleisch für ein großes Abendessen ordert, liefern
sie ihm prompt das appetitlich marinierte Bein des Toten.
Dass genau das der große Kassenschlager wird, ist ebenso
klar wie die Tatsache, dass die Beschaffung weiteren Menschenfleischs
bald sehr drastische Maßnahmen fordert. Völlig
unvorhersehbar sind jedoch die verrückten Richtungswechsel,
die Jensen seinem Film immer wieder vorgibt.
Verblüffend ist auch, wie sensationell der Regisseur
die Balance zwischen hintergründigem Humor und nacktem
Entsetzen hält: Souverän lässt er seine beiden
nicht allzu hellen Helden durch alle erdenkli-chen Katastrophen
schippern und auf ein wirklich herrliches Ende zu treiben,
zu dem auch der aus dem Koma erwachte Zwillingsbruder und
der misstrauisch gewordene Ex-Boss ihr Scherflein beitragen.
Guten Appetit!
We all know that
there has always been a close connection between the art of
cinema and the art of cooking. For both, the right ingredients
are needed but also the right amount and especially the knowledge
of mixture. Some of the most tempting works in the history
of film have dealt with that topic including Marco
Ferreris LA GRANDE BOUFFE, Ang Lees EAT, DRINK,
MAN, WOMAN and of course Greenaways THE COOK, THE THIEF,
HIS WIFE AND HER LOVER. Now a new film should be added to
that list for its black humor, excellent acting, rather surprising
and vivid storytelling, and profound cinematic tools: Anders
Thomas Jensens GREEN BUTCHERS. Fipresci
(International Federation of Film Critics)
"Grisly and hysterical, The Green
Butchers shares elements of Sweeney Todd and Little Shop of
Horrors, but pushes things much further. Svend is no Seymour
Krelborn hes far less pitiable and a lot more
annoying, a man whose only topics of conversation are meat
and marinades. Jensens film is aided by a truly weird
performance from Danish matinee idol Mikkelsen the
divided husband from Open Hearts who sports the most
hideous hairstyle since Gary Oldman played Dracula. The Green
Butchers is about our need for acceptance and what well
do to get it and it views this need both sympathetically
and corrosively. Best of all, its wickedly funny."
Toronto Film Festival
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